Sonntag, 21. Februar 2016

Einblick: meine Bildbearbeitung (Bereich Naturbilder)

Hallo meine Lieben.


Zwischendurch werde ich gerne mal gefragt, wie ich meine Bilder am PC nachträglich bearbeite.
Auf diese Frage möchte ich heute gerne etwas näher eingehen.


Als Beispiel habe ich mir das folgende Bild ausgesucht und möchte euch erklären, was ich hier unter anderem bearbeitet habe.

VORHER

 NACHHER



Vorab, ich arbeite ausschließlich mit Photoshop CC.
Ich kenne mich mit anderen Programmen leider nicht aus, kann daher auch leider nicht sagen, ob die Bearbeitungen in anderen Programmen genauso durchgeführt werden können.


Beginnen wir aber nun mit meinem Beispielbild:



Vorher



So kommt das Bild direkt aus der Kamera.
Ich fotografiere immer im RAW Format, da ich dann im Nachhinein bei der Bearbeitung einfach die bestmöglichsten Möglichkeiten habe, alles an dem Bild zu ändern, was ich nur möchte.
Größtenteils sind es bei mir die Farben die ich immer anpasse. Einfach um den Look erstellen zu können, den ich mir für das Bild vorstelle.

Hier bei diesem Bild waren die Wetterungsbedingungen sehr schlecht. Keine Sonne, allgemein sehr trübes und graues Wetter. Die Farben haben mich gar nicht angesprochen.
Und da ich hier einen Winterlook kreiren wollte, war mir direkt klar, es sollte ein kühler Winter-Farb-Look entstehen.


1. Schritt

Mein erster Schritt in der Bearbeitung ist, dass Bild im RAW Converter von Photoshop zu öffnen.
Hier kann ich den Weißabgleich anpassen, Lichter, Tiefen, Kontrast und die ersten Farben so einstellen, wie es mir persönlich gut gefällt.
(Es sei gesagt, es ist immer der persönliche Geschmack, ich gebe hier nur wieder, wie meine Bearbeitung in den meisten Fällen aussieht.....jeder muss natürlich seinen Weg finden)


So sieht also das erste Fenster aus, in dem ich an den Reglern rumspiele, bis mir der erste Eindruck gefällt.
In diesem Beispiel habe ich die Farbtemperatur kühler eingestellt. Ebenso habe ich Belichtung, Kontrast, Tiefen und die Klarheit ein wenig angepasst.

Das ist natürlich von Bild zu Bild abhängig. Die Werte kann man nicht eins zu eins für jedes Bild übernehmen. Auch ich probiere immer wieder bei meinen Bildern aus, bis es mir eben persönlich gefällt. Aber für euch zumindest ein kleiner Eindruck, was ich alles mache :)



Hier folgt dann auch schon das zweite Fenster, in dem ich mich sehr oft aufhalte.
Die Farben werden hier einfach noch mal so von mir angepasst, wie ich es für richtig halte. In dem Fall habe ich mich wieder auf die kühleren Farben konzentriert.




Das ist dann auch schon das letzte Fenster im RAW Converter in dem ich ein wenig einstelle. Hier bearbeite ich noch mal die Farben der Lichter und Tiefen und ihre Intensität.
Danach geht es auch schon in Photoshop weiter.


2. Schritt

Nach der Bearbeitung im RAW Converter öffne ich das Bild in Photoshop.
Da folgt von mir dann nur noch ein kleiner Feinschliff was die Farben angeht. Ggf. beschneide ich das ein oder andere Bild auch noch, aber das kommt bei mir eher seltener vor.
Ich versuche immer schon, das Bild so aufzunehmen, dass es vom Motiv und vom Aufbau her passt.
Die Bearbeitung mit den vielen Farben nehme ich auch nur bei meinen Natur- und Makroaufnahmen vor.


Sehr gerne arbeite ich hier mit der Verlaufsumsetzung.
Es gibt hier schon viele Vorgaben mit denen ich auch arbeite, oder aber man erstellt sich selber gerne welche. Je nachdem was man gerade haben möchte von den Farben her.
In diesem Fall habe ich mit dieser Vorgabe gearbeitet. Die Werte habe ich auch nicht mehr geändert. Nur noch den Harken bei Umkehren gesetzt und anschließend die Ebene auf weiches Licht und die Deckkraft auf 50% gesetzt.



Auch arbeite ich gerne mit der Farbbalance. Hier stelle ich die Farben bei den Tiefen, Mitteltönen und den Lichtern individuell so ein, wie es mir gefällt.
In diesem Beispiel habe ich bei den Tiefen den Regler mehr zum Blau hingezogen, einen Wert von ca. +20.
Bei den Lichtern nehme ich immer wieder gerne einen kleinen Wert zum Gelb hin, ca. -10 bis -20. Dann wirkt es so, als würde die Sonne doch ein wenig scheinen.
Zum Schluss dann noch die Mitteltöne. Hier wollte ich es nicht zu kühl wirken lassen, daher habe ich mich hier dazu entschieden, den Regler in Richtug Magenta zu ziehen, ca. -20 als Wert.



Was ich immer bei allen meinen Bildern mache ist, mit der Tonwertkorrektur zu arbeiten. Hier kann man entweder mehr Kontrast reinbringen, oder aber auch einen etwas milchigeren Look entstehen lassen.
In diesem Fall habe ich mich einfach nur für mehr Kontrast und ein wenig mehr Licht entschieden.
Dazu habe ich im oberen Bereich den linken und den rechten Regler einfach Richtung Mitte gezogen.
Den linken Regler mit ca. einem Wert von 36 und den rechten Regler mit ca. einem Wert von 237.
Gerne passe ich dann noch mit dem mittleren Regler die Helligkeit an. In diesem Fall, wollte ich das Bild noch etwas heller haben, daher habe ich den Regler auf ca. einen Wert von 1,15 gestellt.



Nachher



Und so sieht dann mein fertiges Ergebnis aus. Ich denke ein kühler Winterlook ist hier ganz gut zu erkennen. Oder was meint ihr?


Für so eine Bearbeitung benötige ich auch ansich nie viel Zeit, ich schätze ca. eine Bearbeitung von 15-20 Minuten.
Wenn ich doch mal mit Texturen zusätzlich arbeiten sollte, dann dauert es ein wenig länger bei mir, da ich auch immer viel ausprobiere, bis ich das finde, was mir wirklich gefällt.

Bei mir ist es immer nur wichtig, dass ich vorher schon weiß, wie das Bild zum Schluss aussehen soll. Und dann gehe ich meine verschiedenen Schritte zum Bearbeiten und Ausprobieren durch.

Ich hoffe euch hat dieser kleine Einblick in meine Bearbeitung gefallen.
Habt ihr evtl. Fragen zu einzelnen Schritten?
Dann schreibt mir auch gerne eine E-Mail an Kerstin.Tschirner@gmx.de
Ich versuche euch gerne so gut es geht zu helfen :)

Wünscht ihr solche Beiträge von mir in Zukunft öfter?
Welche Themen würden euch Interessieren?
Schreibt es mir sehr gerne in die Kommentare. Ich versuche dann eure Wünsche zu erfüllen.

LG eure Kerstin




Kommentare:

  1. Das Bild ist toll geworden!
    Liebe Grüße,
    Markus

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  2. Dein Artikel war sehr interessant. Ich habe mich bis jetzt ja nie an meine RAW- Bilder gewagt, weil ich nichts verändern wollte, dass dann nicht mehr brauchbar ist... Aber dieser Gedanke ist wohl falsch. Schliesslich lerne ich so ja auch nichts. Wie streng speicherst du deine einzelnen Schritte ab?
    lg Gabriele ☼

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    1. Hallo Gabriele,

      ich speicher nur eine PSD Datei ab. Da sind dann ja alle Schritte die ich dann auch jederzeit löschen oder neu bearbeiten kann.
      Und dann natürlich noch ein JPG Bild in Originalgröße und ein PNG Bild verkleinert fürs Web.

      LG Kerstin

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  3. Ich finde den Lilastich des fertigen Fotos fast ein bisschen zu viel. ;) Etwas mehr der eigentlichen, düstereren Atmosphäre des Fotos hätte mir fast besser gefallen. Die finde ich nämlich sehr schön und passend zum Motiv. ;)

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    1. Hallo Christine,

      das ist natürlich immer Geschmackssache, wie sehr man die Farbe ändern möchte.
      Ich bin bei solchen Bildern eher so eingestellt, es auch ruhig mal krasser zu verändern. Habe ja auch genug Bilder die sehr natürlich gehalten sind von der Bearbeitung. Brauche da immer ein wenig Abwechslung ;)

      LG Kerstin

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  4. Das ist mal Lila würde ich sagen :D Ob es mir gefällt, weiß ich noch nicht. Einfach, weil ich das Original jetzt kenne.

    Lieben Gruß ♥

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Vielen lieben Dank für deinen Besuch und für deinen Kommentar. Ich freue mich über jede Zeile :)

LG Kerstin